Mittwoch, den 20. September 2023, 10.00-16.30 Uhr


Psychotherapie und Psychosoziale Begleitung
bei Demenzentwicklung -
wichtige Bausteine der Behandlung

In einer bislang in Deutschland einmaligen Veranstaltung wurden der wissenschaftliche Stand, aktuelle Projekte und neue Ansätze einer fundierten psychotherapeutischen Behandlung und psychosozialen Begleitung vorgestellt.

Wichtige Wirkfaktoren neben der Psychoedukation sind dabei die Reduktion von chronischem Stress, die Stärkung der Partnerschaft durch Akzeptanz und Aufbau/Aufrechterhaltung ressourcenorientierter, positiver körperlicher und geistiger Aktivitäten, sozialer Interaktionen und Teilhabe/Partizipation. 

Neben der Erfahrung aus der alltäglichen Praxis zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass chronischer Stress Gift ist für Menschen mit Demenzentwicklung und ihre Angehörigen. Nicht nur, dass die schon leicht beeinträchtigte geistige Leistungsfähigkeit unter Stress situativ einbricht, sondern auch die Demenzentwicklung wird durch chronischen Stress befeuert und komorbide Störungen wie Depression und Angststörungen werden begünstigt. Diese psychologischen und psychosozialen Aspekte spielen von Beginn der klinischen Manifestation an, also auch schon im prodromalen Stadium, eine relevante Rolle für die Lebensqualität und den weiteren Verlauf der Erkrankung und sollten bedarfsgerecht sekundär-präventiv oder sozial- und psychotherapeutisch adressiert werden.

Gerontopsychiatrie dagpp
Moderation: Prof. Dr. med. Andreas Fellgiebel
 
10:00Begrüßung und Einführung 
 Demenz in prodromalen Stadien 
10:10
  • Wie sicher und wie aufwendig ist die Diagnostik?
Präsentation
Prof. Dr. Frank Jessen
10:40
  • Stellenwert von Resilienz und Sekundärprävention
Präsentation 
Prof. Dr. med. Andreas Fellgiebel
 Psychosoziale Beratung und Psychotherapeutische Techniken 
11:10
  • Frühe psychothera-peutische und psychosoziale Interventionen

Präsentation
Frau Svenja Palm

11:40
  • Dyadische psychotherapeutische Frühintervention im Gruppenformat
Präsentation
Frau Christina Büchler
12:10
  • Diskussion
 
12:30Mittagspause 
13:30
  • Neuropsychologisch fundierte Psychotherapie
Präsentation
Dr. Scheurich
14:00
  • Kognitive Stimulationstherapie
Prof. Dr. Katja Werheid
14:30
  • Lebensrückblicktherapie
Prof. Dr. Simon Forstmeier
15:00Kaffeepause 
15:30
  • Selbsterhaltungstherapie im stationären gerontopsychiatrischen Setting
Präsentation
Dr. Katharina Geschke
16:00
  • Abschluss
    Diskussion mit den Referent:innen
 
16:30

Ende der Veranstaltung

 

Christina Büchler
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Agaplesion Elisabethenstift, Darmstadt

Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Fellgiebel
Vizepräsident der Deutschen Akademie für Gerontopsychiatrie und ‑psychotherapie e.V.
Zentrum für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA), Landeskrankenhaus (AöR), Mainz
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Agaplesion Elisabethenstift, Darmstadt

Prof. Dr. Simon Forstmeier
Lebenswissenschaftliche Fakultät – Department Psychologie 
Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Klinische Psychologie der Lebensspanne
Universität Siegen

Dr. Katharina Geschke
Versorgungsforschung Geronto- und Neuropsychiatrie
Universitätsmedizin Mainz

Prof. Dr. Frank Jessen
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Uniklinik Köln

Svenja Palm, M.Sc. Psych.
Zentrum für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA), Landeskrankenhaus (AöR), Mainz

Dr. Armin Scheurich
MVZ Neuropsychologie
Unimedizin Mainz

Prof. Dr. Katja Werheid
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft,
Abteilung für Psychologie,
Klinische Neuropsychologie und Psychotherapie,
Universität Bielefeld

Prof. Dr. Gabriele Wilz
ist approbierte Psychologische Psychotherapeutin und Supervisorin mit Fachkunde Verhaltenstherapie. Seit 2009 ist sie Professorin für Klinisch-Psychologische Intervention an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und leitet die Lehr- und Hochschulambulanz sowie das Weiterbildungsprogramm Psychologische Psychotherapie mit Ausrichtung Verhaltenstherapie an der FSU Jena. Forschungsschwerpunkte sind u.a. Psychotherapie im höheren Lebensalter, Entwicklung und Evaluation therapeutischer Interventionskonzepte für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz und pflegebedürftigen älteren Menschen, Wirkung von individualisierter Musik auf Menschen mit Demenz, Ressourcenaktivierung in der Psychotherapie und Prävention, psychotherapeutische Wirkfaktoren und Beziehungsgestaltung.

Psychotherapeutische Unterstützung für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige weisen in der Regel keine psychische Störung auf. Dennoch sind gerade für diese Zielgruppe psychotherapeutische Interventionen sehr hilfreich, da pflegende Angehörige (insbesondere bei der Betreuung von Menschen mit Demenz) häufig belastenden Emotionen wie Wut, Trauer, Hilflosigkeit, Scham und Angst erleben sowie unter dysfunktionalen, die Pflege erschwerende Bewertungen leiden. Teilweise kann es auch zu Störungen der Impulskontrolle kommen, welche auch für den Pflegeempfänger massiv belastend sein können. Für die Bewältigung dieser emotionalen Belastungen und Anforderungssituationen stellen psychotherapeutische Methoden wie Emotionsregulation, Stressmanagement, Problemlösen, kognitives Umstrukturieren sowie Akzeptanz und Selbstfürsorge äußerst hilfreiche Möglichkeiten zur Veränderung der Belastungssituation dar. Das online Seminar gibt einen Überblick über diese spezifischen psychotherapeutischen Interventionen für pflegende Angehörige basierend auf den Evaluationsergebnissen und klinischen Erfahrungen des Tele.TAnDem Konzepts (Wilz, 2023; Wilz et al., 2015).

Dr. med. Katharina Geschke
ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, Fachkunde Geriatrie sowie dem Gemeinsamen DGPPN/DGGPP-Zertifikat „Gerontopsychiatrie, -psychotherapie und –psychosomatik“. Sie ist Geschäftsführende Oberärztin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz und leitet dort die gerontopsychiatrische Station, die AG Klinische und translationale Neuro- und Gerontopsychiatrie und die Zentrale Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA). Zudem ist sie Vorstandmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e.V. (DGGPP). Ziele ihrer klinischen Tätigkeit und ihrer Forschung sind die Prävention psychischer Erkrankungen im Alter sowie die Etablierung einer qualitativ hochwertigen Versorgung und Behandlung, die den Bedürfnissen dieser Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen gerecht werden.

Selbsterhaltungstherapie bei Demenz

Die Selbsterhaltungstherapie (SET) nach Barbara Romero ist ein (neuro-)psychologisch fundiertes, integratives und ressourcenorientiertes Konzept zur Begleitung und Behandlung von Menschen mit Demenz, das seit 20 Jahren vor allem im Krankenhausbereich, aber auch in Pflegeeinrichtungen eingesetzt wird. Bei der Behandlungsplanung und Festlegung von Therapiezielen werden konsequenter als zuvor die Folgen der Demenz und Bedürfnisse der Angehörigen berücksichtigt Es werden individuelle Empfehlungen für den Umgang und den Alltag nach der Entlassung erarbeitet und diese Empfehlungen an Angehörige und andere Bezugspersonen (z.B. Mitarbeitende der Pflegeheime) vermittelt. Das Seminar gibt eine erste Einführung zu den Bausteinen der SET und die damit verbundene Haltung Menschen mit Demenz gegenüber.

Dr. rer.-soc., Dipl-Psych. Armin Scheurich ist Psychologischer Psychotherapeut (Verhaltenstherapie) und Klinischer Neuropsychologe (GNP und LPK).  Er ist Leitender Psychologe (Neuropsychologie) der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Er hat eine Sonderbedarfszulassung für ambulante Neuropsychologie und behandelt im MVZ der Universitätsmedizin Mainz neuropsychologische Patienten ambulant. Er ist Weiterbildungsermächtigter für Neuropsychologie (GNP und LPK).

Neuropsychologische Therapie

Kognitive Stimulation und insbesondere neuropsychologische Therapie sind wichtige Therapiebausteine bei älteren Patienten.

Ältere Patienten leiden häufig unter neurodegenerativen, vaskulären oder anderen Erkrankungen, die die kognitive Leistungsfähigkeit reduzieren.

Bereits die subjektive Beobachtung und Überzeugung, unter kognitivem Abbau zu leiden, sind tatsächlich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Abbau verbunden und lösen große Angst aus.

Sowohl bei altersassoziiertem gutartigem Abbau, bei subjektiven kognitiven Defiziten und insbesondere bei Mild Cognitive Impairment und beginnender dementieller Erkrankung sind kognitive Stimulation und neuropsychologische Therapie sinnvoll.

Im Seminar wird die neuropsychologische Therapie in inhaltlicher Abgrenzung zur kognitiven Stimulation erarbeitet. Neben dem eigentlichen Trainingseffekt bietet die neuropsychologische Therapie die Chance, sich strukturiert mit dem Hauptsymptom der Reduktion der kognitiven Leistungsfähigkeit auseinanderzusetzen. So können Ängste und subjektive Hilflosigkeit in dosierter Konfrontation mit bewältigbaren Aufgaben reduziert werden.

Bewältigbare Aufgaben, auch in unbeeinträchtigten Domänen, fördern die Selbstwirksamkeit und wirken antidepressiv. Durch Training können die Funktionen länger aufrechterhalten werden – durch Training von Alltagsleistungen die Aufrechterhaltung der Alltagsaktivitäten unterstützt werden.

Eva-Marie Kessler, Professorin für Gerontopsychologie an der Medical School Berlin – Hochschule für Gesundheit und Medizin, dort auch Prorektorin für Interdisziplinarität und Wissenstransfer. Psychologische Psychotherapeutin (Fachkunde Verhaltenstherapie). Leiterin des Spezialbereichs ‚Psychotherapie im Alter‘ der MSB Psychotherapeutischen Hochschulambulanz. Habilitation 2014 an der Universität Heidelberg, Promotion 2006 an der Jacobs University Bremen. Seit 2022 Mitglied der Altersberichtskommission der Bundesregierung

Dr. med. Jochen Tenter
Jahrgang 1957
Nervenarzt, Psychotherapie, Geriatrie ZfP Südwürttemberg, Abteilung Psychiatrie I der Universität Ulm
Chefarzt Abteilung für Alterspsychiatrie und Psychotherapie und Stellv. Ärztl. Direktor Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Weißenau Dozent der DAGGP, der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben, der Akademie Schloss Liebenau, Stiftung Liebenau
Studium der Humanmedizin in Aachen, Ulm
Facharztweiterbildung und Ausbildung Psychotherapie in Ravensburg-Weißenau
Weiterbildungsbefugter und Gutachter für die fakultative Weiterbildung Geriatrie dervLandesärztekammer
Mitglied und ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP)
Mitglied der DGGPN, des BGT e.V. und der DAGPP
Arbeitsschwerpunkte: Klinische Versorgung, ethische und zivilrechtliche Fragen sowie Fort- und Weiterbildungen.

Dr. med. Rosa Adelinde Fehrenbach
Saarländische Landesärztin für an Demenz erkrankte Menschen gem. § 35 SGB IX Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Suchtmedizin und Geriatrie Chefärztin der Gerontopsychiatrischen Klinik und stellv. Ärztliche
Direktorin der SHG-Kliniken Sonnenberg Saarbrücken
Kuratorin im Kuratorium Deutsche Altershilfe KDA
wissenschaftl. Verantwortliche der Pflegefortbildung „Fachkraft Gerontopsychiatrie“ im Rahmen des Weiterbildungsverbundes beim Demenzverein Saarlouis Dozentin an der Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland

Prof. Dr. phil. Brigitte Grass-Kapanke
Nach dem Studium der Psychologie mit den Schwerpunkten Physiologische Psychologie, Klinische Psychologie und Neurologie war Frau Grass-Kapanke langjährig als Psychologin in der Gerontopsychiatrischen Abteilung des LVR-Klinikums Düsseldorf – Kliniken der Heinrich-Heine-Universität tätig. In dieser Zeit erfolgte die psychotherapeutische Weiterbildung mit Approbation zur psychologischen Psychotherapeutin. Darüber hinaus war Frau Grass-Kapanke wissenschaftlich im Bereich der psychiatrischen Erkrankungen des Alters mit dem Schwerpunkt Demenzerkrankungen aktiv. Sie promovierte zu einem Früherkennungsverfahren für Demenzen (TFDD) und gilt als anerkannte Expertin für psychometrische Testverfahren im Bereich der Gerontopsychiatrie.
2007 wechselte Frau Grass-Kapanke zum Alexianer-Krankenhaus nach Krefeld, wo sie die Leitung des Gerontpsychiatrischen Zentrums übernahm. Seit 2013 ist Frau Grass-Kapanke Professorin für Gerontopsychologie an der HG in Berlin und ist darüber hinaus in eigener Praxis nie-
dergelassen. Frau Grass-Kapanke war langjähriges Vorstandsmitglied der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Gerontopsychiatrie (EAGP), Gründungsmitglied undPräsidentin der Multiprofessionellen  ArbeitsGruppe der DemenzAmbulanzen (MAGDA), Vorstandsmitglied der Alzheimergesellschaft Krefeld und ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der DAGPP.

Marie Olk, M.Sc.-Psych. ist Psychologin und in der Tagesklinik für psychische Gesundheit im Alter in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT in Darmstadt tätig. Sie ist Psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung und Doktorandin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Klinische Schwerpunkte: Psychotherapie bei Älteren, Behandlung von Depressionen und Anhaltender Trauerstörung, Akzeptanz- und Commitmenttherapie in der Einzel- und Gruppentherapie. Forschungsschwerpunkte: Diagnostik der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, Untersuchung von Schutz- und Risikofaktoren bei der (Komplexen) Posttraumatischen Belastungsstörung und Anhaltenden Trauerstörung.

Akzeptanz- und Commitmenttherapie in der Tagesklinik
Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) nach Hayes zählt zu den erfolgreichsten Verfahren der dritten Welle der kognitiven Verhaltenstherapie. Die ACT zielt darauf ab, die Entwicklung psychischer Flexibilität zu fördern, worunter die Fähigkeit verstanden wird, achtsam und von unseren Werten geleitet zu handeln. Dies wird durch die Arbeit an sechs Kernprozessen erreicht: Gegenwärtigkeit, Akzeptanz, Defusion, Selbst als Kontext, Werte und Commitment. Da sich die ACT transdiagnostisch und insbesondere bei älteren Menschen gut einsetzen lässt, wurde die Tagesklinik für psychische Gesundheit im Alter zu einem ACT-Psychotherapieschwerpunkt weiterentwickelt. Das online Seminar ermöglicht einen praxisnahen Einblick in den therapeutischen Ansatz der ACT im teilstationären Setting.

Dr. Elisa Scheller ist psychologische Psychotherapeutin mit Fachkunde Verhaltenstherapie für Erwachsene. Sie ist niedergelassen in eigener Praxis in Freiburg im Breisgau und als Dozentin und Supervisorin in der psychotherapeutischen Weiterbildung sowie in der Fortbildung approbierter Kolleg:innen tätig. Klinische Schwerpunkte: Interpersonelle Psychotherapie bei Älteren (IPT-Late Life) im ambulanten Setting, Behandlung von Traumafolgestörungen (EMDR, IMRS, Schematherapie).

Interpersonelle Psychotherapie im Alter (IPT-Late Life)
Die Interpersonelle Psychotherapie (IPT) ist ein wirksames psychotherapeutisches Verfahren zur Depressionsbehandlung im ambulanten sowie stationären Setting. Die IPT-Late Life (IPT-LL) ist eine speziell an ältere Personen und deren Lebensrealität angepasste Weiterentwicklung. Der klare psychosozial-interpersonelle Fokus ermöglicht es im Rahmen einer Kurzzeittherapie, auf Verlusterfahrungen, Einsamkeit und weitere gravierende Lebensveränderungen im höheren Lebensalter spezifisch einzugehen.
Im Onlineseminar wird die grundlegende therapeutische Haltung und Vorgehensweise der IPT und IPT-LL vermittelt. Darüberhinaus werden einzelne Interventionen aus den definierten IPT-Problembereichen (Rollenwechsel, Konflikte, interpersonelle Defizite und Trauer) vorgestellt, die unmittelbar in der Depressionsbehandlung angewendet werden können.

 

Andreas FellgiebelProf. Dr. med. Andreas Fellgiebel
ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Er ist Vizepräsident der DAGPP, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT in Darmstadt und Gründungsdirektor der Zentralen Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA) an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er wissenschaftlich aktiv ist. Klinische Schwerpunkte: Prävention sowie Frühdiagnostik und frühe Therapie neurodegenerativer Erkrankungen, Behandlung der Depression bei Älteren, Psychotherapie bei Älteren. Forschungsschwerpunkte: Resilienz und Prävention psychischer Störungen bei Älteren, Resilienz und Prävention bei pflegenden Angehörigen, frühe psychosoziale und psychotherapeutische Therapie bei Demenzentwicklung.

Depression bei Älteren
Depressionen bei älteren Menschen unterscheiden sich von Depressionen bei jüngeren Erwachsenen häufig bezüglich der Ätiologie und ihrer klinischen Präsentation. Neben dem subjektiven Leidensdruck, der reduzierten Alltagsfunktionalität und verminderten Lebensqualität stellen die
hohen Suizidraten bei alten männlichen Patienten eine Herausforderung für die Versorgung dar. Das
online Seminar gibt einen Überblick über die Differenzialdiagnostik und empirisch evidente,
multimodale Therapieverfahren (Psychotherapie, Ergo-, Bewegungs-, Musik und Kunsttherapie sowie
der Pharmakotherapie), mit dem Schwerpunkt auf psychotherapeutischen Behandlungsansätzen.

Dipl.-Psych. Antje Orwat-Fischer, ist als Psychologische Psychotherapeutin mit den Schwerpunkten Psychotraumatologie sowie Gerontopsychotherapie im stationärem Bereich am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT in Darmstadt tätig, ist niedergelassen mit hälftigem Versorgungsauftrag und unterrichtet als Dozentin, Supervisorin und Lehrtherapeutin für Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie an mehreren Ausbildungsinstituten. Fachpolitisch engagiert sie sich als Vizepräsidentin der DFT (Dt. Fachgesellschaft für Tiefenpsychologisch fundierte und Psychodynamische Psychotherapie) und als Beirätin der Fachzeitschrift PdP (Psychodynamische Psychotherapie).

Traumafolgestörungen im Alter
Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist charakterisiert durch die Symptomtrias Wiedererleben, Vermeidung und Hyperarousal. Im Alter hauptsächlich anzutreffen sind die Formen aktuelle PTBS, chronische PTBS nach früherer Traumatisierung und die verzögert auftretende PTBS. Bei Älteren entstehen diese oft in Lebensumbruchsituationen (Berentung, Trauerfälle, eigene Pflegebedürftigkeit oder die eines Angehörigen, körperliche Einschränkungen) oder werden durch diese reaktualisiert. Es ist wichtig, Traumafolgestörungen im Alter differentialdiagnostisch abzuklären. Entlang ätiologischer und diagnostischer Überlegungen werden Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt.

 Sc. Psych. Svenja Palm befindet sich derzeit in weit fortgeschrittener Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin (Approbation Frühjahr 2024 geplant) und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Zentralen Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA) an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Rahmen ihrer Promotion untersucht sie Trauer, Stress und Resilienz bei pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz. Der Fokus ihrer Forschung liegt auf alltagsnahen Assessment-Studien mit biopsychologischen Methoden.

Psychotherapie bei demenzieller Entwicklung
Menschen mit beginnender Demenz und ihre Angehörigen stehen vor großen Herausforderungen und Veränderungen. Trotz Verbesserungen in der Demenzversorgung in den letzten Jahrzehnten herrscht bei Betroffenen und Behandelnden oft noch der Irrglaube vor, man könne nichts tun. Demgegenüber steht eine Vielzahl an psychosozialen und psychotherapeutischen Unterstützungsmöglichkeiten, die besonders zu Beginn der Demenz hilfreich sein können, indem ein aktives Leben der Betroffenen gefördert wird. Das online Seminar gibt einen Überblick über diese Therapieverfahren und die empirische Evidenz, wobei sowohl auf Interventionen für Menschen mit beginnender Demenz, für Angehörige als auch auf dyadische Unterstützungsangebote eingegangen wird.

Dr.med. Dipl.-Psych. Forugh Dafsari
ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Diplom-Psychologin. Sie ist Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln und leitet dort den klinischen Bereich affektive Erkrankungen, eine Spezialambulanz für Altersdepressionen und die wissenschaftliche Arbeitsgruppe zum Thema Depressionen im höheren Lebensalter.
Klinische Schwerpunkte: Behandlung der Depression im höheren Lebensalter, Psychotherapie der Depression insbesondere bei älteren Patient*innen, Behandlung der chronischen Depression. Forschungsschwerpunkte: Erforschung der Mechanismen, Risikofaktoren, Diagnostik und Behandlung von Depressionen im höheren Lebensalter, neurobiologische Grundlagen der Depression im höheren Lebensalter, Entwicklung neuer psychotherapeutischer Konzepte für die Depression im höheren Alter, Zusammenhang zwischen Depression und Demenz.

Kognitive Verhaltenstherapie der Depression im höheren Lebensalter
Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Eine zentrale und wirksame Behandlungsmöglichkeit der Depression bei älteren Menschen stellt die psychotherapeutische Behandlung dar. Für die kognitive Verhaltenstherapie der Depression im höheren Lebensalter ist die Evidenzlage sehr gut. Neben der Reduktion der depressiven Symptomatik kann dadurch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bei den Patient*innen erzielt werden. Das online Seminar gibt einen Überblick über die kognitive Verhaltenstherapie der Depression im höheren Lebensalter und stellt die empirisch Evidenz sowie die Elemente der Therapie unter Beachtung der Besonderheiten und Modifikationen im höheren Alter dar.  

Prof. Dr. Dipl. Psych. Alexandra Wuttke
ist Psychologische Psychotherapeutin mit Fachkunde Verhaltenstherapie. Sie ist Vorstandsmitglied der DAGPP, Professorin für Prävention von Demenz und Demenzfolgeerkrankungen am Universitätsklinikum Würzburg und Leiterin der Zentralen Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA) an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Klinische und Forschungsschwerpunkte: Biopsychologische Mechanismen von Stress und Resilienz im Alter, Dyadische Prozesse zwischen Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, frühe psychosoziale und psychotherapeutische Therapie bei Demenzentwicklung, Prävention von Demenz und Depression im Alter, Psychotherapie im Alter.

Verhaltenstherapeutische Gruppentherapie (nach Hautzinger)
Depressionen im Alter können gut psychotherapeutisch behandelt werden. Dabei liegen
altersspezifische Adaptationen der psychotherapeutischen Verfahren und Interventionen vor. Im Bereich der Kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapie schlägt Hautzinger (2016) ein Behandlungsmanual für das Einzel- und Gruppensetting vor. Entlang dieses Manuals werden Indikation, Rahmenbedingungen und Durchführung einer Gruppenpsychotherapie für Menschen mit Depression im Alter vorgestellt. Ein besonderer Fokus liegt auf den altersspezifischen Adaptionen der KVT.
Literatur:
Hautzinger, M. (2016). Depression im Alter. Psychotherapeutische Behandlung für das Einzel- und Gruppensetting. Beltz: Weinheim.

Felicia Hoppmann
ist Psychologische Psychotherapeutin (Fachkunde Verhaltenstherapie). Sie arbeitet an der MSB Medical School Berlin als Dozentin für Gerontopsychologie und als Psychotherapeutin in der Forschungsambulanz „Psychotherapie im Alter“. Dort bietet sie Einzel- und Gruppenpsychotherapien für ältere Patient*innen an.
Klinische Schwerpunkte: Depressionen und Ängste im Alter Forschungsschwerpunkte: Psychotherapie mit älteren Personen; Depressionen und Pflegebedarf

Altersbilder in der Psychotherapie
Nach dem Alter fragt man nicht – warum eigentlich nicht? Alt sein berührt in uns Stereotype von Gebrechlichkeit, Rigidität, Tattrigkeit. Nur zu gerne halten wir uns als Behandelnde die „Zumutungen des Alters“, Angst vor therapeutischen Misserfolgen und die Angst vor der eigenen Sterblichkeit möglichst weit weg. Und auch ältere Menschen stigmatisieren sich oft selbst als nicht mehr veränderungsfähig und wertlos. Altersbilder sind eine Grundlage für strukturellen Ageismus (Gesellschaft), therapeutischen Nihilismus (Behandelnde), und Selbstabwertungen (Patient*innen). Unhinterfragt wirken sie somit auch als Behinderung des therapeutischen Prozesses auf beiden Seiten. Die Reflexion eigener Altersbilder, sowie Hinterfragen der Altersbilder unserer Patient*innen sind daher wichtige Grundvoraussetzungen für das Gelingen einer Psychotherapie mit älteren Personen. Genau darum geht es in diesem Seminar.

Prof. Dr. rer-nat. Simon Forstmeier
ist Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut. Er hat den Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Klinische Psychologie die Lebensspanne an der Universität Siegen inne. Forschungs- und Klinische Schwerpunkte: Psychotherapie im höheren Lebensalter, insbesondere bei Depression, Posttraumatischer Belastungsstörung und Demenz; Anpassung der Lebensrückblicktherapie an verschiedene Patientengruppen im höheren Lebensalter; Selbstregulation über die Lebensspanne und als Prädiktor für kognitive und affektive Gesundheit im Alter.

Lebensrückblicktherapie
Die Lebensrückblicktherapie (LRT) wurde zunächst für die Behandlung älterer depressiver Menschen entwickelt. Das konkrete Vorgehen der LRT bei Depression im Alter wird anhand eines Fallbeispiels beschrieben. Wie Erinnerungsprozesse und Erinnerungsstile mittels kreativer Methoden, Besinnungsaufgaben, Imaginationsübungen u.v.m. vertieft werden können, wird ein Thema sein. Auch
aktuelle Weiterentwicklungen der LRT zur altersangemessenen Behandlung traumatisierter älterer Menschen werden vorgestellt.

Christina Büchler, M. Sc.-Psych.
ist Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung
bei der Gesellschaft für Ausbildung in Psychotherapie (GAP) mit Vertiefung in Verhaltenstherapie in Frankfurt am Main. Sie ist in der Gedächtnisambulanz am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT in Darmstadt tätig. Klinische Schwerpunkte: Psychotherapeutische Beratung von Menschen mit demenzieller Entwicklung und deren (pflegenden) Angehörigen, Gruppentherapeutische dyadische
Frühintervention bei beginnender Alzheimer-Erkrankung.

Psychotherapiegruppe für Menschen mit Demenzentwicklung und deren Angehörige
Die zunehmende kognitive Beeinträchtigung und die schleichend einsetzenden Verhaltensänderungen bei Menschen mit demenzieller Entwicklung gehen häufig mit Ängsten vor geistigem Verfall und Stigmatisierung sowie dem Verlust der Selbstständigkeit einher und führen schon im Frühstadium zu starker Belastung und chronischem Stress bei den Betroffenen und deren Angehörigen. Gleichzeitig sind zu einem frühen Zeitpunkt wichtige Weichenstellungen für die Krankheitsverarbeitung,
Pflegeplanung und Lebensgestaltung noch möglich. Die therapeutische Arbeit in der Gruppe kann einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Wohlbefinden und Lebensqualität leisten. Durch den ressourcenorientierten Ansatz und die gemeinsame Behandlung von Menschen mit demenzieller Entwicklung und deren primären Angehörigen werden die Teilnehmenden unterstützt, mit den demenzbedingten Veränderungen besser umgehen zu können und trotz der Gedächtnisprobleme ihr Leben weiterhin aktiv zu gestalten. Das online Seminar ermöglicht praxisnahe Einblicke in das dyadische Gruppenkonzept und gibt einen Überblick über den Ablauf der Sitzungen.

Andreas FellgiebelProf. Dr. med. Andreas Fellgiebel
ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Er ist Vizepräsident der DAGPP, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT in Darmstadt und Gründungsdirektor der Zentralen Forschungseinheit für psychische Gesundheit im Alter (ZpGA) an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er wissenschaftlich aktiv ist. Klinische Schwerpunkte: Prävention sowie Frühdiagnostik und frühe Therapie neurodegenerativer Erkrankungen, Behandlung der Depression bei Älteren, Psychotherapie bei Älteren. Forschungsschwerpunkte: Resilienz und Prävention psychischer Störungen bei Älteren, Resilienz und Prävention bei pflegenden Angehörigen, frühe psychosoziale und psychotherapeutische Therapie bei Demenzentwicklung.

Psychische Störungen im Alter: Resilienz und Prävention
Obwohl sich mit steigendem Lebensalter motorische und kognitive Funktionen verschlechtern und das Altwerden auch mit weiteren negativen psychosozialen Veränderungen einhergeht, die oft Selbstwert und soziale Aktivitäten alter Menschen reduzieren, ist in der alten Bevölkerung insgesamt ein hoher Grad an Wohlbefinden festzustellen und eine erstaunlich gute Lebensqualität. Ältere scheinen gegenüber stressassoziierten Störungen resilienter zu sein als jüngere Erwachsene. Das
online Seminar stellt die spezifischen Resilienzmechanismen im Alter dar und, wie sie zur Prävention psychischer Störungen und im Rahmen des psychotherapeutischen Prozesses hilfreich eingesetzt werden können.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung. Sie erhalten eine automatische Bestätigungsmail Ihrer digitalen Anmeldung.

Innerhalb von 5 Werktagen geht Ihnen sodann eine Buchungsbestätigung der Geschäftsstelle per E-Mail zu.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Das Team von der DAGPP-Geschäftsstelle
Consent Management Platform von Real Cookie Banner